Tierärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. Lüttgenau GbR
Tierärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. Lüttgenau GbR    

Weihnachtszeit = Vergiftungs- und

Verletzungsgefahr für Haustiere!!

 

Verführerische Düfte des Festmahls und Gebäcken, herumliegende Süßigkeiten, raschelndes Lametta und Geschenkpapier, baumelnde Dekorationen, funkelnde Lichter, duftende weihnachtspflanzen und Tannenbäume sind Reize denen unsere Mitbewohner in der Weihnachtszeit ausgesetzt sind und ihnen kaum wiederstehen können.

Doch, was die Haustiere so verlockend finden, kann ihnen schnell zum Verhängnis werden.

Bei den folgenden Lebensmitteln, typischen weihnachtlichen Pflanzen und Weihnachtsschmuck, sollte man Vorsicht walten lassen, denn sie sind entweder giftig oder bergen ein großes Verletzungsrisiko.

Lebensmittel

Reste vom Festmahl

  • Fleisch ist häufig zu fett und stark gewürzt
  • bei Gänse- und Entenknochen besteht die Gefahr des Splitterns             
  • Fisch kann Gräten beinhalten
  • Pilze können blutzersetzend, nieren- und leberschädigend wirken
  • Rotkohl enthält Oxalsäure, die Blähungen und Schmerzen verursachen kann

Schokolade

  • Die Kakaobohne enthält den Stoff Theobromin, der schon in geringen Mengen zu Vergiftungen bis hin zum Tod führen kann (je dunkler die Schokolade, umso höher ist der Gehalt an Theobromin -> 50 g Zartbitterschokolade kann für einen kleinen Hund bereits tödlich sein, da dem Hund, anders wie beim Menschen das Enzym zur Aufspaltung und Abbau fehlt. Regelmäßige kleine Gaben von Schokolade reichern sich im Körper an

 

Plätzchen und Gebäcke

  • beinhalten meist weitere unverträgliche Zutaten wie Schokolade (siehe oben)              

pures Gift sind Nüsse wie z.B. Macadamia und Walnüsse (besonders die unreifen Früchte unter Bäumen im Herbst), Erdnüsse können Allergien auslösen, Bittermandel enthält Blausäure und Muskatnuss Halluzinogene, aber auch bei der Fütterung anderer Nüsse ist Vorsicht geboten (Darmverschluss, Phosphorgehalt)

 

                      Zimt enthält Cumarin-Verbindungen, die auch im Rattengift                                         zu finden sind

 

Pralinen sind ein gefährlicher Mix, evtl. zusätzlich mit Alkohol

 

Lebkuchen ist ebenfalls ein Mix tödlicher Zutaten mit den beliebten Gewürznelken, die Oleanolsäure beinhalten, welche Durchfall und Übelkeit verursachen kann      

                  

                      der rohe Hefeteig des Stollens, kann im Magen aufgehen

 

           beim Verzehr von Rosinen sowie Weintrauben kann Oxalsäure zu tödlichem Nierenversagen führen

typisch weihnachtliche Pflanzen

 

Weihnachtsbaum und Adventskranz

  • Tannennadeln sind durch die enthaltenden ätherischen Öle sehr schädlich,

auch das Wasser in dem der Weihnachtsbaum steht beinhaltet diese

 

 

weitere giftige Pflanzen während der Weihnachtszeit:              

Weihnachtsstern, Stechpalme (Ilex), Christrose, Mistelzweige, Alpenveilchen

 

Weihnachtsschmuck

 

Weihnachtskugeln aus Glas und Porzellan bergen eine erhebliche Verletzungsgefahr für Pfoten und Mäuler. Schwere Wunden im Maul- und Rachenbereich können die Folge sein, ebenso wie Schnittverletzungen im Magendarmtrakt. Vorsicht bei Dekorations- und Verpackungsartikeln (Lametta, Engelshaar, Kerzen / Teelichter, Geschenkpapier, Schleifen und Bänder): Nicht nur, dass diese giftige Substanzen enthalten können.

 

Werden sie verschluckt, droht ein Verschluss der Atemwege und auch des Darms. Der geliebte Kunstschnee kann durch Belecken, Duftöle und Räucherstäbchen allein durch Einatmen Beschwerden auslösen.

 

Neben flackernden Kerzen, die eine Verbrennungsgefahr bergen, sind Lichterketten und andere elektronische Dekorationskabel spieleinladend, was im schlimmsten Fall einen tödlichen Stromschlag als auch Strangulation zur Folge haben kann.

 

Vergiftungssymptome

Bei fast allen Vergiftungen ist Erbrechen eines der Symptome. Weiterhin können je nach Vergiftung Speicheln bis Schäumen, vermehrtes Durstgefühl, Durchfall, Herz-Kreislauf-Probleme, Atemprobleme bis Atemnot, Zittern und Krämpfe, Bauchschmerzen, Fieber, Erregungszustände, aber auch gedämpfte Zustände wie Benommenheit und Teilnahmslosigkeit, unklare Blutungen im Erbrochenen, im Kot oder Urin auftreten. Die wenigsten Vergiftungen haben typische Symptome!

 

Sollte der Verdacht bestehen, dass ein Tier etwas Giftiges aufgenommen haben könnte, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden! Manche Vergiftungen verlaufen sehr schnell, andere hingegen können erst nach ein paar Tagen auftreten und mit Organschäden / Spätfolgen einhergehen.

 

Tritt der Notfall ein

  • keine eigenständige Medikation vornehmen
  • eine Probe des Giftstoffes (ggf. Erbrochenes) mit zum Tierarzt nehmen.

Jeder noch so kleine Anhaltspunkt kann dem Tierarzt helfen, effizient Linderung zu schaffen und ggf. Leben zu retten

Igel nur in Ausnahmefällen aufnehmen

Der heimische Igel ist jetzt in Gärten und Wäldern besonders aktiv.

Die Tiere suchen Nahrung für den nötigen Winterspeck und einen geeigneten Unterschlupf für den Winterschlaf.

Entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit sind Igel vom beginnenden Herbst bis weit in den November auch tagsüber aktiv, denn insbesondere die Jungtiere (die zum Teil erst im September geboren werden) müssen sich für den bevorstehenden Winterschlaf noch einige Fettreserven anfressen.

Aus falsch verstandener Fürsorge werden leider immer wieder Igel aufgenommen, weil sie für hilfsbedürftig gehalten werden.

Die meisten Igel kommen jedoch gut ohne unsere Hilfe über den Winter.

Wer Jungtiere unterstützen möchte, kann regelmäßig etwas Igeltrockenfutter (gemischt mit Katzennassfutter) und eine Schale Trinkwasser bereitstellen. Als natürlichen Unterschlupf kann man Haufen aus Holz, Reisig und Laub im Garten liegen lassen.

Wann braucht ein Igel Hilfe?

 

Erst bei dauerhaften Bodentemperaturen um null Grad besteht für Igel, die unter 500 Gramm wiegen, Gefahr, dass sie für den Winterschlaf nicht ausreichend gerüstet sind. Dann sollten sie aufgenommen und einem Tierarzt, oder einer Igelstation vorgestellt werden. Auch schwache, verletzte, kranke oder elternlose Igel brauchen zum Überleben Unterstützung.

 

Bei vermeintlich verlassenen Jungtieren wird empfohlen, diese zunächst genau zu beobachten, ehe man die Kleinen in Obhut nimmt. Denn Muttertiere lassen den Wurf auf der Suche nach Nahrung immer wieder für mehrere Stunden allein.

Die wenigsten Jungigel werden tatsächlich verlassen.

 

Todesfalle Auto

 

Die Hitze im parkenden Auto ist für Tiere lebensgefährlich!

 

Der Sommer gehört für uns Menschen wohl ohne Frage zu den schönsten der vier Jahreszeiten, aber für unsere Haustiere kann die Hitze schnell zur Lebensbedrohung werden – besonders im Auto.

 

Aus Gedankenlosigkeit oder sogar Unwissenheit lassen viele Tierhalter ihre Hunde im Fahrzeug zurück, ohne sich über die schwerwiegenden Folgen im Klaren zu sein.

zum Vergrößern, bitte anklicken

An warmen Tagen kann sich das Innere eines Fahrzeugs binnen weniger Minuten extrem aufheizen

(s. Tabelle).

 

Hunde besitzen nur wenige Schweißdrüsen und kühlen sich daher hauptsächlich über Hecheln ab.

Im heißen Wageninneren können sie ihre Körpertemperatur nicht mehr regulieren. Dies führt zum Kreislaufversagen mit zum Teil irreparablen Organschäden bis hin zum Herzstillstand. Selbst aus überhitzten Autos befreite Hunde sind nicht außer Lebensgefahr, sondern können noch an den Folgen der Hitze versterben. Aus diesem Grund sollte ein Hund mit Verdacht auf Hitzschlag schnellstmöglich einem Tierarzt vorgestellt werden.

 

Auch ein Parkplatz im Schatten oder leicht geöffnete Fenster bieten keinen ausreichenden Schutz. Sogar an kühleren Tagen kann die unterschätzte Temperatur in einem Auto schlimme Folgen für unsere tierischen Begleiter haben.

 

Wir gratulieren unseren beiden ehemaligen Auszubildenden Emelie Petsching und Simone Kürten ganz herzlich zur bestandenen Prüfung zur Tiermedizinischen Fachangestellten.

 

 

Die Beiden haben die Prüfung um

1 Jahr vorgezogen und trotz COVID 19 alles prima gemeistert! Besonders freuen wir uns, dass sie uns als "fertige" TFAs erhalten bleiben.

Da wir in Teambildung arbeiten, die Beiden jeweils mit "Ihrem" Team und auf Abstand mit dem Großtierteam.

Jungvögel – scheinbar einsam, aber nicht verlassen

 

Aktuell werden wieder viele „aus dem Nest gefallene" Jungvögel in unserer Tierarztpraxis abgegeben, die scheinbar hilflos von aufmerksamen Passanten aufgefunden werden.

               

Bei diesen Jungvögeln handelt es sich allerdings nur sehr selten um wirklich hilfsbedürftige Tiere. Die Jungen vieler Vogelarten verlassen das Nest bereits bevor ihr Gefieder komplett ausgebildet ist und werden weiterhin von ihren Eltern am Boden versorgt.

Aus diesem Grund sollte man Jungvögel im Allgemeinen an Ort und Stelle belassen. Lediglich bei Jungvögeln, die sich an einem gefährlichen Ort (z.B. auf der Straße) befinden, ist es wünschenswert, wenn sie an einem geschützteren Ort verbracht werden.

Man sollte jedoch auch bei diesen Jungvögeln darauf achten, dass man sie nicht zu weit vom Fundort entfernt.

 

ab sofort geltende Änderung der Verbringungsregelungen (innerstaatlich)

für Kälber

 

 

Das innerstaatliche Verbringen weniger als drei Monate alter Kälber ist unter folgenden Bedingungen möglich:

 

  1. Muttertier mit abgeschlossener BTV8-Grundimmunisierung mind. 28 Tage vor der Geburt
  • Die Grundimmunisierung hat nach Angaben des Impfstoffherstellers zu erfolgen.
  • Die Impfungen sind in die HIT-Datenbank einzutragen.
  • Wiederholungsimpfungen (Auffrischung) sind jeweils innerhalb eines Jahres erforderlich.

und

  1. Das Kalb / die Kälber sind unmittelbar nach der Geburt mit der Biestmilch des eigenen Muttertieres getränkt worden.
  • Die Biestmilchgabe ist durch eine unterschriebene Tierhaltererklärung nachzuweisen.

 

Das bedeutet, es ist bei abgeschlossener Grundimmunisierung des Muttertieres mind. 28 Tage vor der Geburt nicht mehr erforderlich, noch zusätzlich eine Blutprobe des Kalbes zu untersuchen, bevor dieses (innerhalb Deutschlands) verbracht werden darf.

 

Tierhaltererklärung Kälber Grundimmunisierung BTV
Tierhaltererklärung Kälber - Grundimmuni[...]
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Xylit oder auch Xylitol – die unbekannte Gefahr für Hunde

 

Vielen ist Birkenzucker längst ein Begriff und stellt eine willkommene Abwechslung zum herkömmlichen Zucker dar. Denn er hat nur wenige Kalorien und beeinflusst den menschlichen Blutzuckerspiegel nicht.

So vorteilhaft er für Menschen auch sein mag, für den Hund ist er alles andere als harmlos!

Denn was viele leider nicht wissen: Xylit oder Xylitol ist für Hunde tödlich!

Schon ca. 3 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht sind lebensgefährlich.

 

 
   

Ob Birkenzucker, Holzzucker, Xucker, Xylit oder Xylitol, gemeint ist immer das gleiche, nämlich ein für Hunde sehr gefährlicher Süßstoff aus Pflanzenfasern. Er versteckt sich in vielen menschlichen Nahrungsmitteln wie Kuchen, Keksen, Konfitüren usw. Gerade Kalorienreduzierte Produkte, sog. „Light-Produkte“ und solche ohne zusätzlichen Zuckerzusatz enthalten Xylit.

Auf den meisten Verpackungen von Lebensmitteln ist Birkenzucker aber nicht eindeutig als solcher zu erkennen. Man sucht fast immer vergeblich nach Begriffen wie Birkenzucker, Xylit oder Xylitol.

Was man hingegen findet, ist eine E-Nummer: E967

Hinter dieser Bezeichnung versteckt sich der für Hunde so gefährliche Inhaltsstoff.

Kommt es trotz aller Vorsicht vor, dass ein Hund ein Produkt, das Xylit enthält, frisst, ist Eile geboten.

Birkenzucker verursacht eine sehr schnelle, sehr hohe Insulinausschüttung, die den Zuckerspiegel im Blut senkt und dadurch zu Krämpfen, schweren Leberschäden bis hin zum Koma oder Tod durch Unterzuckerung (Hypoglykämischer Schock) führen kann.

Der Tierarzt kann den Hund durch eine Spritze zum Erbrechen bringen. Ist die Süßstoffvergiftung schon einige Zeit her, kann mithilfe einer Glukose-Infusion die Unterzuckerung aufgehoben werden.

 

Symptome – Wie erkenne ich, das mein Hund sich mit Birkenzucker vergiftet hat?

Die häufigsten Symptome einer Xylit-Vergiftung sind lethargisches Verhalten, Erbrechen, plötzliche Schwächeanfälle und Zusammenbruch durch Kreislaufkollaps. Ausschlaggebend ist das Körpergewicht. Bei einem Chihuahua z.B. genügt schon eine winzige Menge um einen lebensbedrohlichen Zustand auszulösen, wohingegen große Rassen deutlich mehr Xylit aufnehmen müssen bevor sich Vergiftungserscheinungen zeigen.

Warum eine Tierkrankenversicherung so wichtig ist:

 

  • Die Gebühren für hochspezialisierte Tiermedizin, die Notfallversorgung sowie für den Notdienst sind deutlich angestiegen.
  • Viele Tierhalter sind nicht auf sehr hohe Kosten, die sich bei größeren OPs in einer Tierklinik (besonders außerhalb regulärer Sprechzeiten) schnell auf bis zu 5000 € belaufen können, eingestellt.

 

  • Eine OP-Versicherung wird als Minimum angesehen.
  • Die Tierhalter sollten aber auch bedenken, dass es auch internistische Erkrankungen gibt, die eine aufwändige und langwierige Therapie bedürfen und somit ebenfalls sehr kostspielig werden können. Diese Kosten sind nicht durch eine OP-Versicherung abgedeckt.
  •  Es sollte auf keinen Fall eine Versicherung mit einem begrenzten Gebührensatz abgeschlossen werden, da tiermedizinische Leistungen nach dem Gebührensatz für Tierärzte (GOT) in der Regel zwischen dem 1,0 fachen und 3,0 fachen Satz abgerechnet werden und außerhalb regulärer Sprechzeiten zwischen den 2,0 fachen und 4,0 fachen Satz liegen.
  • Da die geltende GOT über Jahrzehnte nicht ausreichend an die allgemeine Preisentwicklung in Deutschland angepasst wurde, bewegen sich gute und personalstarke Praxen und Kliniken selbst im normalen Sprechstundenbetrieb im Bereich des 1,5 - 2,0 fachen Satzes.
  • Im Nachtdienst wird selbst der 3,0 fache Satz als nicht mehr kostendeckend angesehen, wodurch die GOT Erhöhung für das Jahr 2020 vom Bundesrat beschlossen wurde.

 

  • Die Tierhalter von älteren Haustieren, die sich in der zweiten Lebenshälfte befinden und für die daher keine Versicherung mehr abgeschlossen werden kann, sollten das entsprechende Geld für einen unvorhergesehenen Fall monatlich ansparen.

 

  • Im Gegensatz zu anderen Ländern wie Großbritannien und Skandinavien sind in Deutschland deutlich zu wenige Haustiere krankenversichert. Hierdurch kommt es leider zu höheren Versicherungsgebühren und zu vorschnellen Kündigungen von Seiten der Versicherung bei der Inanspruchnahme von hohen Leistungsansprüchen. Das wird sich erfahrungsgemäß bei einer größeren Anzahl an Versicherungsnehmern ändern.
  • Je mehr Tierhalter eine Tierkrankenversicherung abschließen, umso mehr Einfluss kann durch den medialen Austausch unter den Versicherungsnehmern auf die Versicherungen ausgeübt werden.

 

  • Da keine spezielle Versicherungsgesellschaft von unserer Tierarztpraxis empfohlen werden kann, raten wir unseren Tierhaltern zum Austausch von Erfahrungen, um die optimale Tierversicherung zu finden.
  • Nach unseren Erfahrungen, gab es beim Vergleich der zwei bekanntesten Tierversicherungen bei der Agila Versicherung weniger kritische Rückfragen an die Tierarztpraxis als bei der Uelzener Versicherung. Andere bekannte Versicherungen sind Allianz, Barmenia, Helvetia, Petplan und die R+V.
  • Wir raten immer einen unabhängigen Versicherungsmakler für den Abschluss einer Tierversicherung hinzuzuziehen, um die passende Tierversicherung zu finden.
  • Infos zu diesen Versicherungen finden sie auf unserer Homepage unter der Kategorie „Links“.

 

  • Dadurch, dass der Markt mit unzähligen Vertrags- und Tarifmodellen zu unübersichtlich ist und häufig je nach Versicherung nicht alle Ansprüche geltend gemacht werden können, lehnen wir eine Direktabrechnung mit der Versicherung ab.                                                                         
  • Somit muss der Tierhalter, ähnlich wie als Privatpatient in der Humanmedizin, in Vorkasse treten und kann die Gebühren von seiner Versicherung einfordern.

Information für unsere Kunden aus der Kleintierpraxis

 

Änderung der Gebührenordnung der Tierärzte (GOT)

ab Februar 2020 - gültig mit Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt ab 14.02.2020

 

In den letzten Jahren hat sich die tierärztliche Versorgung im Notdienst flächendeckend in ganz Deutschland drastisch verschlechtert, da die Einnahmen im Notdienst nicht mehr kostendeckend waren. Viele Tierärzte sind in die Industrie oder aufs Amt abgewandert, sodass es nicht mehr ausreichend Tierärzte auf dem Arbeitsmarkt gibt. Viele Stellen in Kliniken sind unbesetzt. Diese Situation hat sich so zugespitzt, dass reihenweise Kliniken wegen Personalnotstand ihre Klinikzulassung zurückgeben, Praxen keinen Notdienst mehr anbieten und im Notfall kein Tierarzt mehr für die Tiere zur Verfügung steht. In einem ostdeutschen Bundesland gibt es sogar im ganzen Bundesland keine einzige Klinik mehr!

 

Um den Notdienst auch mit Angestellten finanzieren zu können, mussten die Arbeitgeber die Gehälter deutlich anheben. Die Kosten sind hierdurch erheblich gestiegen, denn Notdienst ist extrem teuer! Das Personal steht nach einem Nachtdienst aufgrund des Arbeitszeitschutzgesetzes für das Tagesgeschäft nicht mehr zur Verfügung und unter Umständen kommt im Notdienst nur ein einziger Patient. Das Personal muss aber trotzdem bezahlt werden. Man sollte wissen, dass auch die Zeiten mitfinanziert werden müssen, an denen keiner den angebotenen Service nutzt. Wenn das nicht entsprechend abgerechnet wird, passiert das, was flächendeckend jetzt im Gange ist: der Notdienst entfällt und es führt zum gesundheitlichen Nachteil der Tiere.

 

Um dem entgegenzuwirken hat die Bundesregierung jetzt mit einer Gesetzesänderung reagiert und der deutsche Bundesrat hat am 20.12.2019 der 4. Verordnung zur Änderung der Tierärzte-Gebührenordnung (GOT) zugestimmt. Somit tritt ab Januar eine GOT Überarbeitung zur Abrechnung von Notdienstleistungen und Fahrtkosten in Kraft, die die Tierarztkosten für die Tierhalter erhöht.

 

Zunächst einmal zwei grundlegende Dinge:

  1. Die GOT ist ein Gesetz, keine Leitlinie oder Verordnung. Das bedeutet, ein Verstoß dagegen ist ein Gesetzesbruch.
  2. Jeder Tierarzt in Deutschland ist dazu verpflichtet, seine Leistungen nach der GOT, also nach den gesetzlichen Vorgaben, abzurechnen. Es ist ein muss, kein kann.

 

Was wurde genau geändert?

  1. Es gibt eine generelle, zu bestimmten Zeiten immer (!) abzurechnende Notdienstpauschale von

50 € pro Tierhalter und Besuch (nicht pro Tier). Dies soll Besitzer mit Banalitäten wie Krallen schneiden, Juckreiz seit mehreren Wochen oder eine seit einer Woche bestehende Lahmheit davon abhalten, den Notdienst in Anspruch zu nehmen

  1. Es muss im Notdienst ab jetzt immer mindestens der 2-fache Gebührensatz abgerechnet werden.

(Statt wie bisher bis zum 3-fachen kann nun bis zum  4-fachen Satz abgerechnet werden, je nach Schwierigkeit und Aufwand der Behandlung.)

  1. Die verpflichtenden Uhrzeiten, zu denen die Notdienstpauschale abgerechnet werden muss, lauten:
  • ab 18 Uhr abends bis 8 Uhr morgens des Folgetages
  • an Wochenenden (Fr. 18 Uhr - Mo. 8 Uhr)
  • an Feiertagen (0-24 Uhr)

 

Ausnahme: Bietet eine Praxis samstags eine öffentlich kommunizierte, reguläre Sprechstunde an, so darf sie weiterhin normal abrechnen. Auch ausgewiesene Abendsprechstunden unter der Woche bis 20 Uhr sind ohne Zuschlag möglich.

Somit fällt in unserer Praxis zwischen 19 Uhr abends und 8 Uhr morgens, sowie ab samstags 13 Uhr bis montags 8 Uhr der erhöhte Gebührensatz an. An Feiertagen wird die Notdienstgebühr von 0-24 Uhr erhoben.

Achtung: Die GOT beinhaltet immer Netto-Preise. Zu allen Preisen, auch den genannten, addiert sich noch die Mehrwertsteuer dazu.

  1. Das Fahrtgeld wurde sowohl innerhalb als auch außerhalb der Notdienstzeiten auf 3,50 € pro Doppelkilometer erhöht.  Der Mindestsatz pro Fahrt erhöht sich von 10,00 € auf 13,00 €.

Aktuell - Wiederauftreten der Blauzungenkrankheit

Am 12. Dezember 2018 ist in einem Rinderbestand im Kreis Rastatt in Baden-Württemberg die Blauzungenkrankheit festgestellt worden. 

Neue Verbringungsregelungen ab dem 18.05.2019
2019_05_15 BT - Optionen ab 18.05. Verbr[...]
PDF-Dokument [50.8 KB]

Wir machen mit!

 

Gemeinsam mit den beiden großen Haustierregistern TASSO und dem Deutschen Haustierregister startet der Bundesverband praktizierender Tierärzte vom 10.-14. September die Aktion "Check meinen Chip".

Tierbesitzer können in Tierarztpraxen die Funktionsfähigkeit des Mikrochips und den Datenbakeintrag überprüfen lassen, damit entlaufene Tiere sicher zurückvermittelt werden können.

Falls Ihr Tier noch nicht gechipt ist, kann man dies hier mit der anschließenden Registrierung nachholen.

Wir gratulieren unserem neuen Jubilar

Dr. Helmut Käppner zum

25. Praxisjubiläum!

 

Dein Praxisteam

+++ STAUPE im Oberbergischen Kreis +++

Bereits Radio Berg berichtete in den letzten Wochen von einem verendeten Fuchs, bei dem Staupe nachgewiesen wurde. Es handelte sich in diesem Jahr nicht um den ersten Fall von Staupe bei einem verendeten Wildtier.

Verstorbene Füchse werden in der Regel routinemäßig sowohl auf Tollwut als auch Staupe getestet. Zumindest die Tests auf Tollwut fielen dieses Jahr im Oberbergischen Kreis durchweg negativ aus.

Bei der Staupe handelt es sich um eine hochansteckende Virusinfektion, an der u.a. Hunde, Füchse, Dachse, Waschbären, Frettchen und Marder erkranken können.

In Nasen- und Augensekret, Urin und Speichel beginnt die Virusausscheidung bereits 5 Tage nach der Infektion und kann über Wochen andauern. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich direkt durch Kontakt beim Belecken oder durch Tröpfcheninfektion. Auch eine indirekte Übertragung durch die Aufnahme von infiziertem Futter oder Wasser ist möglich. Das wichtigste Virusreservoir stellen klinisch unauffällige infizierte Hunde dar, die das Virus ausscheiden.

Die Ausbreitung des Virus im Körper beginnt 3 bis 4 Tage nach der Infektion und kann in Milz, Thymus, Knochenmark und Lymphknoten nachgewiesen werden. Vom 4. bis 9. Tag nach der Infektion treten Virus neutralisierende Antikörper auf. Maximale Titer werden nach 2 bis 4 Wochen erreicht. Der Titer bleibt über 3 bis 4 Monate konstant und sinkt dann langsam ab.

Die Symptome sind sehr vielfältig, da sich das Staupe Virus durch den Befall des Atmungsapparates, des Magen-Darm-Traktes sowie des zentralen Nervensystems im Vergleich zu anderen Virusinfektionen nicht auf ein einzelnes Organsystem beschränkt.

Bei der klinisch manifesten Verlaufsform der Staupeerkrankung kommt es 3 bis 7 Tage nach der Infektion zum Ausbruch einer akuten Erkrankung. Akute Staupeerkrankung verlaufen mit einer zweiphasischen Temperaturerhöhung. Selten treten perakute Verlaufsformen mit plötzlichem hohen Fieber und schnell eintretendem Tod auf. Je nach Ausbreitung und Virulenz des Erregers sowie der Art weiterer Infektionen zeigen sich die Beschwerden des Atmungs- und Verdauungstraktes.

Bei allen Krankheitsformen kann sich gegen Ende das sogenannte Staupeexanthem am Unterbauch entwickeln, dessen Prognose in der Regel günstig ist. Die häufig mit Beginn anderer klinischer Erscheinungen auftretende nervöse Form äußert sich in psychischen Veränderungen, Zwangsbewegungen sowie lokalen Myoklonien (Staupe-Tic). Diese Erkrankung kann über Monate andauern.

Je nach Art der Sekundärinfektionen kommt es zu einer Letalität von 30-80%. Auch nach einer Erholung bleiben häufig Dauerschäden zurück.

Nicht selten tritt bei der katarrhalischen und nervösen Form der Staupe die Hartballenkrankheit auf, die häufig tödlich endet. Sie ist durch eine Hyperkeratose des Ballenhorns und des Nasenspiegels charakterisiert. Keratitiden mit Ulzerationen und eine Retinadegeneration können zur Erblindung führen.

Wer ein Wildtier mit oben beschriebener Symptomatik auffindet, möge dies bitte dem zuständigen Jagdpächter, dem Forstamt oder der Polizei melden.

Sollte ein Leser in den kommenden Wochen einen gesicherten Nachweis auf eine Staupe Infektion eines Hundes im Oberbergischen Kreis haben, bitten wir diese Information unserer Tierarztpraxis zu melden, um unsere Tierhalter optimal aufklären zu können.

Des Weiteren raten wir zur Impfung gegen Staupe. Diese besteht aus der Grundimmunisierung und den entsprechenden Auffrischungen nach aktuellem Stand, da sie prophylaktisch vor einer möglichen Infektion schützt. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um eine gesetzlich vorgeschriebene Impfung, zumal keine Übertragung von Tier auf Mensch möglich ist.

 

Flöhe halten keinen Winterschlaf

 

Flöhe sind blutsaugende Parasiten, die nicht nur im Sommer ein Problem darstellen, sondern durch unsere beheizten und mit Teppichen ausgelegten Wohnungen zu einem Ganzjahresproblem geworden sind.

 

Ein Flohbefall äußert sich meistens durch den typischen Juckreiz, der bei betroffenen Tieren oft plötzliches und heftiges Kratzen/Beißen (sogenanntes Flohbeißen) auslöst. Der Flohstich selbst ist unangenehm und verursacht Hautirritationen, allergische Reaktionen (Flohspeichelallergie), teilweise sogar schwere Ekzeme. Außerdem übertragen Flöhe den Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum) sowie Viren und Bakterien.

Flöhe sind mit bloßem Auge gut sichtbar (2 mm). Mit einem Flohkamm kann man krümeligen schwarzen Flohkot auskämmen. Zerreibt man ihn auf einem feuchten weißen Papier, färbt sich dieses rot, denn es besteht zu 90 % aus dem Blut seines Wirtes.

 

Die Flohübertragung kann direkt von Tier zu Tier oder durch eine mit Floheiern kontaminierte Umgebung erfolgen. Lediglich 5% der erwachsenen Flöhe befinden sich zum Blutsaugen und zur Eiablage (bis zu 50 Stück pro Flohweibchen am Tag) auf dem Tier. Durch Bewegung rieseln die Eier aus dem Fell überall dorthin, wo sich das Tier aufhält. Folglich befinden sich die restlichen 95% der Flohpopulation in Form von Puppen, Larven und Eiern in der Wohnung bzw. an den Aufenthaltsorten der Tiere.

Daher ist eine Umgebungsbehandlung genauso wichtig wie die Bekämpfung der Flöhe, die sich unmittelbar am Tier befinden.

 

Auch Menschen können von Flöhen befallen werden. Dies spricht in der Regel für eine hochgradige Wohnungsinfestation. Infolge von mehreren Stichen auf einem recht kleinen Hautareal kommt es zu Hautirritationen, Juckreiz, Entzündungen durch Kratzen und auch Allergien.

Maßnahmen bei Flohbefall

 

  • Behandlung aller Tiere eines Haushalts mit
    • einem hochwirksamen Flohmittel
      • Spot-on-Präparate, Halsbänder, Tabletten
      • Vorsicht: „Natürliche“ Substanzen vertreiben nur einen Teil der Parasiten, töten sie aber nicht ab!
    • einem Wurmmittel (zeitversetzt)
  •  Umgebungsbehandlung
    • Waschen von Decken und Kissen (mind. 60 °C)
    • nicht waschbare Sachen mind. eine Nacht einfrieren (z.B. Kuscheltiere)
    • Staubsaugen (ggf. täglich)  Auto nicht vergessen!
  • Staubsaugerbeutel im Anschluss entsorgen, um eine Weiterentwicklung der Flohpopulation im Beutel zu verhindern
  • beutellose Staubsauger im Anschluss sofort reinigen
    •  glatte Böden und Flächen mit handelsüblichen Reinigern wischen

 

Ergänzend wird der Einsatz von parasitenabtötenden Sprays oder Verneblern (Fogger) empfohlen. Diese sind beim Tierarzt erhältlich und unter Beachtung der Anweisung des Herstellers anzuwenden.

 

 

 

Welche Maßnahmen für Sie und Ihr Tier zu welcher Zeit sinnvoll und gesundheitlich verträglich sind, erfahren Sie im Beratungsgespräch.

 

Wir beraten Sie gern!

 

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Katzenkastration ohne Wenn und Aber!

Bundestierärztekammer appelliert, Freigängerkatzen kastrieren zu lassen

 

 

(BTK/Berlin) Auch wenn es bis zum kalendarischen Frühlingsbeginn am 20. März noch etwas dauert – die Tage sind bereits deutlich länger und die milden Temperaturen der vergangenen Tage lassen bei Mensch und Tier langsam Frühlingsgefühle ausbrechen. Damit das Ganze bei unseren liebsten Haustieren nicht in einem großen „Katzenjammer“ endet, appelliert die Bundestierärztekammer an Tierhalter, nur kastrierte Katzen ins Freie zu lassen.

 

„Die längere Lichteinstrahlung führt dazu, dass vermehrt Sexualhormone produziert werden und weibliche Katzen jetzt rollig werden. Das ruft natürlich Kater auf den Plan, die nach einer Partnerin suchen“, erklärt Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer. Der Kleintierpraktiker hält es für unverantwortlich, Kater und Katzen, die nicht kastriert sind, aus dem Haus zu lassen: „Katzen können schon mit einem halben Jahr das erste Mal Nachwuchs bekommen, und das dann durchschnittlich zweimal im Jahr. Bei bis zu sieben Kätzchen pro Wurf ist die Nachkommenschaft schnell auf ein Vielfaches angewachsen. Das Ende vom Lied sind dann noch mehr verwilderte Katzen, die unterernährt und krank ihr Leben fristen müssen.“ So leidet ein Großteil der verwilderten Katzen an chronischen und ansteckenden Krankheiten wie Katzenschnupfen, Katzenseuche oder Katzen-Leukose, außerdem sind sie von Hautpilzen oder Parasiten wie Flöhen, Spul- oder Bandwürmern befallen.

 

Über die Gründe, warum Tierhalter ihre Freigängerkatzen nicht kastrieren lassen, lässt sich nur spekulieren: Bei Vielen ist es wohl schlichtweg Desinteresse und eine „Ist-mir-doch-egal-Haltung“. Andere dagegen glauben, dass eine Kastration gegen die Natur der Katze sei. Doch für Tiere bedeutet der Geschlechtstrieb in erster Linie Stress: Unkastrierte Kater und Katzen streunen auf der Suche nach einem Partner tagelang umher, legen dabei oft weite Strecken zurück und laufen so beispielsweise Gefahr, überfahren zu werden.

 

Zwar gibt es momentan keine bundeseinheitliche Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen, wie es die Bundestierärztekammer in einer Stellungnahme bereits 2010 gefordert hatte. Doch wurde mit der Novelle des Tierschutzgesetzes eine Rechtsgrundlage geschaffen, die den Ländern ermöglicht, Kastrationsgebote und Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht auszusprechen. In mehr als 500 deutschen Städten und Gemeinden ist es mittlerweile Pflicht, Katzen kastrieren und kennzeichnen zu lassen.

Kontakt

Tierärztliche Gemeinschafts- praxis Dr. Lüttgenau GbR
An der Schloßfabrik 2
42499 Hückeswagen
Telefon: 02192 931490 02192 931490
Mobiltelefon: 0171 7072572
Fax: 02192 931496
E-Mail-Adresse:

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